Jasslehrgang
Underzug

Der Underzug

 

Der sogenannte «Underzug» gehört zur hohen Schule der Jasskunst. Nehmen wir zum Beispiel an, Spieler A1 sagt mit Bauer zu viert Trumpf an, und zwar Rosen. Im Bauernstich sind vier Trümpfe gegangen, und im zweiten Trumpfspiel hat sein Partner A2 mit einem Nell den Stich gemacht. Partner A2 hat von Eichel As - Ober zu viert. Zuerst rechnet er sich aus, dass sieben Trümpfe verbraucht wurden. Weil sein Partner «Vorhand» angesagt hat, muss dieser folglich im Besitze der restlichen zwei Trümpfe sein. Spielt nun A2 sogleich das Eichel-As aus, besteht die Möglichkeit, dass beim Gegner der Eichel-König zu zweit liegt. Trifft dies zu, so hat er keine Chance mehr, nochmals in den Stich, das heisst zur Kartenausgabe zu kommen und die restlichen Eicheln als «Bock» abzuspielen. Darum probiert er - Spieler A2 - einen «Underzug». Er spielt zuerst eine kleine Eichel - vorzugsweise den Banner - aus, falls er ihn besitzt, und veranlasst seinen Partner A1, mit Trumpf hineinzustechen. Hat A1 verstanden, spielt er sofort wieder eine Eichel nach, und nun muss der König zu zweit beim Gegner fallen, weil A2 ja noch im Besitze des Eichel-As ist. Nun ist A2 in der Lage, den Ober und die restlichen Eicheln als «Bock» zu spielen. Somit machen A1 und A2 mit dem neunten Trumpf sieben sichere Stiche, der Gegner schwebt in Matchgefahr.

 

Ein sinnloser «Underzug» wäre es, wenn man im Besitze von As - König zu dritt oder zu viert ist. In diesem Falle ist kein «Underzug» am Platze, man spielt sogleich zuerst das As und dann den König aus.