Jasslehrgang
Schneider

Vom Schneider

 

Mit dem Schneider ist nicht etwa ein Kleidermacher gemeint. Es handelt sich dabei vielmehr um eine sehr gebräuchliche Jassregel, bei der eine Partei mindestens die Hälfte der notwendigen Punktzahl erreicht haben muss, wenn die andere ihre Endpunktzahl erreicht hat. Wenn nicht, muss der doppelte Einsatz bezahlt werden. Der Schneider gilt indessen nur bei solchen Spielen, bei denen normal gezählt wird, wie etwa beim Schieber oder Bieter, wo zum Beispiel bei 1‘000 Endpunkten 499 Punkt oder weniger «Schneider» bedeuten. Bei der Auslegung de «Schneiders» sind schon oft Differenzen darüber entstanden ob er fertig gejasst werden kann oder nicht.

In einem Spiel, in dem man sich bedanken kann, zum Beispiel mit «Stöck, Wis, Stich», kommt Partei A mit den Stöck auf die festgesetzte Endpunktzahl. Die Partei B kommt mit dem Stich über die Hälfte, ist aber dennoch im «Schneider», sofern sich Partei A bedankt hat. Nur diese Auslegung der Regel ist logisch da eine Partie nach dem Bedanken beendet ist.

Anders hingegen ist die Situation bei einem Jass, bei dem über die Endpunktzahl hinaus fertig gespielt werden muss, um den Sieger zu ermitteln (Sidi Barrani). Sinngemäss wird hier auch in der «Schneiderzone» das Spiel durchgespielt, bis die neun Karten ausgegeben sind.