Jasslehrgang
Schinden

Das Schinden

 

Bleiben wir bei unserem Beispiel. Wir haben dabei vom König zu zweit beim Gegner gesprochen. Spieler B2, der in der «Zange» ist, also nicht «hindenab», wird nicht erstmals sofort den König angeben, denn da bekäme Spieler A1 kein Jassproblem vorgesetzt. B2 gibt demnach besser die Nebenkarte zuerst, das heisst: Er schindet den König.

Ähnlich ist die Situation, wenn zum Beispiel Spieler A1 geschoben hat. Spieler B1, der in der «Zange» ist, hat Nell zu zweit und weiss ziemlich genau, dass A2 im Besitze des Trumpfbauers ist. B1 schindet das Nell und versetzt damit seinen Gegner A2 in das Dilemma, ob er den Bauer hineinlegen soll oder nicht, da «Nachhandspieler» B2 das Nell ja allein haben könnte.

Anders ist die Situation, wenn A1 (der geschoben hat) das Trumpf-As ausspielt, und Spieler B1 Nell und König hat. Bei dieser Konstellation muss B1 das As mit dem Nell stechen, da ja Spieler A2 das As durchgehen lassen könnte und durch diesen Schachzug (sofern er glückt !) bei der zweiten Trumpfausgabe auch noch das Nell erwischen würde. Hat B1 aber das As gestochen, so wird A2 dasselbe mit dem Trumpfbauer tun. So bleibt B1 mit dem König dann der höchste Trumpf, mit dem er einen sicheren Stich machen kann.

Schinden im rechten Moment ist eine Kunst! Man hüte sich aber vor übertriebenem Schinden, eine Versuchung, der gerne der Anfänger unterliegt. Man merkt ja schliesslich bald einmal, welche Partei «Handkarten» hat, das heisst ausser Trumpf gute Karten mit Assen und Königen. Hat der Gegner nicht mehr viele Trümpfe - nur etwa noch einen oder zwei - soll er zum vorzeitigen Verbrauch seiner Trümpfe forciert werden, damit die restlichen Spiele ungehindert gemacht werden können.