Jasslehrgang
Allgemeines

Allgemeines vom Spiel

 

Während des Spiels soll absolute Ruhe herrschen. Der Spieler ist verpflichtet, die Karten so zu halten, dass kein Mitspieler in diese Einsicht nehmen kann. Es ist untersagt, einem Mitspieler durch irgendwelche Zeichen den Inhalt der Karten zu verraten. Geschieht dies trotzdem, so hat die Gegenpartei das Recht, das Spiel sofort zu annullieren.

Eine ausgespielte Karte darf nicht mehr zurückgenommen werden. «Ausgespielt» heisst: Die Karte liegt offen auf dem Tisch oder sie konnte bei der Ausgabebewegung eingesehen werden. Wenn einer der Spieler eine unrichtige Karte ausgibt und der Irrtum wird während des gleichen Spieles entdeckt, so muss die falsche Karte wieder zurückgenommen werden (Ausnahmen: Pandur und «Schlager», bei denen ein solcher Irrtum als verlorenes Spiel zählt). Der betreffende Stich darf aber in diesem Falle nicht mehr gestochen werden, es sei denn, der «Sünder» verfüge über keine kleinere Karte der betreffenden Farbe mehr.

Wird fehlerhaftes Farben erst später entdeckt und kann dies einwandfrei nachgewiesen werden, so hat die Gegenpartei das Recht, das Spiel - nicht aber die Partie - annullieren zu lassen. Wer seine Karten auf den Tisch legt und sagt: «Alle Karten», oder «Rest», verliert sämtliche Karten an die Gegenpartei, wenn auch nur eine einzige der gezeigten Karten vom Gegner gestochen werden kann. Hat zum Beispiel Spieler A Trumpfbauer, Nell und As sowie noch das Schilten-As und den Schilten-König (oder sonst ein As und einen König der gleichen Farbe) in den Händen, Spieler B nur noch den Trumpf-Sechser und andere kleine Karten, so darf Spieler A nicht «alle Karten» ansagen, denn er könnte aus Versehen oder Nachlässigkeit nicht zuerst den Trumpf, sondern eine andere Karte ziehen, und Spieler B könnte in einem solchen Falle noch mit dem Sechser «abschleichen». Spieler A muss deshalb zuerst den Trumpf-Sechser holen, und erst dann darf er das restliche Spiel offen hinlegen mit dem Vermerk «Rest». Auch das offene Zeigen der Karten ist gleichbedeutend mit Hinlegen und muss entsprechend geahndet werden.

Stiche nachsehen

Der Gegner hat das Recht, während des zweiten Stichs nochmals das erste Spiel zu sehen. Dieses Recht gilt aber ausdrücklich nur während des zweiten Stiches und nachher nicht mehr. Einem Spieler ist es nicht verboten, jederzeit in sein eigenes Spiel Einsicht zu nehmen. Das sollte aber möglichst selten vorkommen.

Der «Bock»

Ein Spieler, der die höchste Karte einer Farbe ausspielt, also eine Karte, deren höhere Werte bereits abgespielt wurden, darf «Bock» ansagen. Spielt er zum Beispiel Rosen- Neun nachdem von der Rose Banner, Under, Ober, König und As bereits ausgegeben wurden, so sagt er «Bock». Ist aber noch eine höhere Karte als die ausgegebene im eigenen Besitz, so darf nicht «Bock» angesagt werden. Wird «Bock» angesagt und es stimmt nicht, hat jeder Spieler das Recht zu intervenieren und zu sagen «kein Bock».

Verboten ist ebenfalls der Hinweis «kein Bock» oder die Anfrage eines andern Spielers: «Ist diese Karte ein Bock'?»

«Farben»

Im normalen Jass gilt das Prinzip des Farbhaltens. Versehentliches oder gar bewusstes Durchbrechen dieser Regel führt zu «folgenschweren» Sanktionen. Da gibt - um ein Beispiel zu zitieren - in einem Schieber Partner A eine Schelle aus. Gegner Y besitzt diese Farbe nicht und legt eine Schilte darauf (weder Schelle noch Schilte ist Trumpf !). Partner B nun, als Dritter, gibt aus Versehen das Schilten-As, in der Meinung, Schilte sei als 1. Karte gespielt worden. Natürlich muss er das Schilten-As zurücknehmen und eine Schelle spielen, aber durch das falsche Ausspielen hat er dem Partner seine Stärke auf Schilten kundgetan. Das Spiel ist «verraten !» Zur «Strafe» darf Partner A sofern er im Stich bleibt - in der darauffolgenden Kartenausgabe keine Schilte nachspielen, es sei denn, er habe in der Hand nur noch diese Farbe. Macht aber Partner B, der den Fehler gemacht hat den Stich, so muss er die verratene Karte sofort ausspielen. Diese Auslegung ist hart, aber korrekt. Denn nur so kann verhindert werden, dass die Partner A und B nicht zu einem direkten oder indirekten Vorteil gelangen.